Holzpelletherstellung

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Holzpelletherstellung 2017-06-22T19:18:45+00:00

Vom Holzspan zum genormten Holzpellet

Die Holzpelletherstellung begann bereits in den 70er Jahren. So wurden in den USA aufgrund der Ölkrise nach günstigerern und heimischen Energiequellen gesucht. Die erste Pelletfabrik entstand mitte der 70er Jahre im US-Bundesstaat Oregon. Da Kleinfeuerungsanlagen für Holzpellets noch nicht erfunden waren, wurden Holzpellets ausschließlich in Großfeuerungsanlagen verbrannt. Der Entwicklung des ersten Kleinfeuerungskessel wurde vom Flugingenieur J. Whitfield 1983 begonnen und dauerte einige Jahre.

Holzpellets werden damals wie heute aus Sägewerksnebenprodukten wie Späne oder Siebgut hergestellt. Die Nadelholzspäne werden unter hohem Druck zu zylindrischen Stäbchen verpresst. Durch das im Nadelholz enthaltene Lignin bleiben die Presslinge formstabil und entwickeln mit dem Glanz ein natürliches Qualitätsmerkmal. Durch die hohe Verdichtung des Rohstoffes Holz entsteht beim Verbrennungsprozess der hohe Energiegehalt.

Pelletpressen

Made in Germany | Pelletpressen des Herstellers

Als nachwachsender Rohstoff, bieten sie deutliche Vorteile in der modernen Nutzung des emissionsarmen   Brennstoffes in speziell dafür vorgesehenen Pelletkesseln und Pellet-Einzelöfen. Je nach Anlage ist nur noch bei der Ascheleerung ein manueller Eingriff notwendig. Bei Ascheanteilen von 0,5 % – 1% bei den Kleinfeuerungsanlagen ist dieser jedoch auf wenige Male im Jahr begrenzt.

Je nach Anforderungen werden die Kessel mit den verschiedenen Qualitäten bestückt. Die unterschiedlichen Normen sind im Laufe der Jahre entstanden. Bereits in den 80er Jahren nutzten unsere österreichischen und schweizer Nachbarn Holzpellets flächendeckend. Daher war die Ö-Norm eines der ersten wichtigen Normen. In Deutschland wurde später die DIN 51731 erweitert. Mit DIN Certico (DINplus) und EN-Plus wurden die Normen strenger und die Prüfparameter erheblich ausgeweitet, wie die nachfolgende Tabelle zeigt.

Aktuell ist die ENplus Norm das Maß der Dinge. Zertifizierte Produzenten und Händler werden in regelmäßigen Audits durch Mitarbeiter das Deutsche Pelletinstitut überprüft. Es müßen tägliche Proben eingelagert und dokumentiert werden. Weiterhin sind sie von unabhängigen gelisteten Instituten regelmäßig analysiert werden. Bei Händlern muss ebenfalls täglich bzw Chargenweise eine Probe aus dem laufenden Förderstrom gezogen werden. Alle diese Maßnahmen geben dem Verbraucher die Sicherheit einen einwandfreien Brennstoff zu erwerben.

bisherige Normen neue europäische Norm ab 2010
Parameter Einheit DIN 51 731 DINplus ENplus-A1 ENplus-A2 EN-B
Durchmesser mm 4 ≤ D ≤ 10 4 ≤ D ≤ 10 6 o. 8 (± 1) 6 o. 8 (± 1) 6 o. 8 (± 1)
Länge mm < 50 mm ≤ 5 x D 3,15 ≤ L ≤ 40 1 3,15 ≤ L ≤ 40 2 3,15 ≤ L ≤ 40 3
Schüttdichte kg/m³ keine Anforderung ≥ 600 ≥ 600 ≥ 600
Heizwert MJ/kg 17,5-19,5 ≥ 18 * ≥ 16,5 ≥ 16,5 ≥ 16,0
Wassergehalt Ma-% < 12 ≤ 10 * ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10
Feinanteil (< 3,15mm) Ma-% ≤ 1 ≤ 1 ≤ 1 ≤ 1,0
Mechanische Festigkeit Ma-% ≥ 97,7 * ≥ 97,5 ≥ 97,5 ≥ 96,5
Aschegehalt Ma-% < 1,5 ≤ 0,5 * ≤ 0,7 ≤ 1,0 ≤ 3,0
Ascheschmelzverhalten (DT) °C ≥ 1200 ≥ 1100 ≥ 1100
Chlorgehalt Ma.-%3 ≤ 0,03 ≤ 0,02 ≤ 0,02 ≤ 0,03 ≤ 0,03
Schwefelgehalt Ma.-%3 ≤ 0,08 ≤ 0,03 ≤ 0,03 ≤ 0,03 ≤ 0,04
Stickstoffgehalt Ma.-%3 < 0,3 ≤ 0,3 ≤ 0,3 ≤ 0,5 ≤ 1,0
Kupfergehalt mg/kg3 < 5 < 5 ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10
Chromgehalt mg/kg3 < 8 < 8 ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10
Arsengehalt mg/kg3 < 0,8 < 0,8 ≤ 1 ≤ 1 ≤ 1
Cadmiumgehalt mg/kg3 ≤ 0,5 ≤ 0,5 ≤ 0,5 ≤ 0,5 ≤ 0,5
Quecksilbergehalt mg/kg3 < 0,05 < 0,05 ≤ 0,1 ≤ 0,1 ≤ 0,1
Bleigehalt mg/kg3 ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10
Nickelgehalt mg/kg3 ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10
Zinkgehalt mg/kg3 < 100 < 100 ≤ 100 ≤ 100 ≤ 100

maximal 5% der Pellets dürfen länger als 40 mm sein, max. Länge 45 mm

  1. Feinanteil an der letztmöglichen Stelle vor Übergabe der Ware, bzw. beim Eintreffen von Sackware beim Endverbraucher. Beim Absacken ≤ 0,5 %.
  2.  In wasserfreiem Zustand (wf)

* Parameter wurden zur besseren Vergleichbarkeit umgerechnet, bzw. werden mit abweichenden Prüfparameter ermittel

 Biomasse-Pellets

Neben den Pellets aus Holz gibt es hauptsächlich für Großfeuerungsanlagen und Biomasse-Kraftwerke auch Pellets aus den ölhaltigen Olivenkernen oder Oliventreseter, aus Kokosnuss- und Palmkernschalen, aus Stroh und anderen Energiepflanzen wie Miscanthus oder der Blauglockenbaum gewonnen. Auch Pellets aus Gärresten der Biogasanlagen und der Kompostierung von Biomasse werden als alternative Brennstoffe verwendet. Die Palette ist mittler Weile sehr reichhaltig geworden.

Miscanthusernte © F.-P. Schollen

Miscanthusernte, © F.-P. Schollen